Crops for Processing (CfP) – FAQ

1. Wer kann sich nach dem CfP Standard zertifizieren lassen?

Jeder Primärerzeuger von Pflanzen, bei dem die in einem kontrollierten Produktionsprozess angebauten Kulturen weiterverarbeitet und NICHT frisch verzehrt werden, wie zum Beispiel:

  • Obst und Gemüse, das konserviert, gekocht, eingefroren oder entsaftet wird.
  • Drusch- und Hackfrüchte, die für Nahrungs- oder Futtermittel verwendet werden.
2. Wird die Verarbeitung durch CfP abgedeckt?

Nein, die Verarbeitung ist vom CfP Standard ausgeschlossen. Die Verbindung vom Erzeuger zum Verarbeiter muss jedoch immer sehr klar sein, z. B. durch einen Vertrag, der eindeutig angibt, wer für welchen Teil der Produktion/Verarbeitung verantwortlich ist. Die Informationen über den Verarbeiter müssen im Dokument „Overview of Farming Operations“ (Überblick über die Aktivitäten auf dem Betrieb) in der CfP Checkliste enthalten sein. Es sollten Verweise auf die Zertifizierung des Verarbeiters zur Verfügung gestellt werden.

3. Zwischen den Standards IFA und CfP wählen?

Erzeuger können anhand des Entscheidungsbaums in der CfP Checkliste den für sie geltenden Standard festlegen (siehe Tab.: Overview of Farming Operations )

 
4. Was sind die Hauptunterschiede zwischen CfP und IFA?

CfP

IFA

1. Pflanzen werden nicht frisch verzehrt.

1. Pflanzen können auch frisch verzehrt werden.

2. Pflanzen werden nach der Ernte immer verarbeitet.

2. Pflanzen werden nach der Ernte nicht zwingend verarbeitet.

3. Zertifikat gültig für 3 Jahre.

3. Zertifikat gültig für 1 Jahr.

4. Als Nachweis für die Aufrechterhaltung der Zertifizierung hat der Erzeuger die Wahl, eine Eigenkontrolle/interne Kontrolle oder ein Audit während des Zertifizierungszeitraums (z. B. zweites und drittes Jahr) selbst durchzuführen oder von einer entsprechenden Stelle durchführen zu lassen.

4. Eine GLOBALG.A.P. anerkannte Zertifizierungsstelle muss jährlich eine vollständige, angekündigte Kontrolle durchführen.

5. Vor-Ort-Kontrolle durch externe Zertifizierungsstelle mindestens alle 3 Jahre.

5. Jährliche Vor-Ort-Kontrolle durch externe Zertifizierungsstelle.

6. Deckt nur Pflanzen der Produktgruppen Obst und Gemüse und/oder Drusch- und Hackfrüchte ab.

6. Deckt Erzeugnisse aus verschiedenen Produktrichtungen ab, z. B. Pflanzen, Aquakultur und landwirtschaftliche Nutztiere.

7. Sehr klare und genau definierte Verbindung zum Verarbeiter erforderlich.

7. Verarbeiter außerhalb des Zertifizierungsumfangs.

8. Erstellt von CFP-GGN.

8. Erstellt von GGN.

5. Bei welchen Vorgängen muss vom Verarbeiter ein Abtötungsschritt umgesetzt werden?

Beispiele hierfür sind Rückstandskontrollen, Waschen des Erzeugnisses mit chloriertem Wasser, Pasteurisieren, Erhitzen/Kochen, Bestrahlen, Einfrieren, Rösten usw.

6. Kann CfP auch eingeführt werden, wenn der Verarbeiter keinen Abtötungsschritt anwendet?

Falls der Verarbeiter keinen bestimmten Abtötungsschritt umsetzt, kann CfP auf Erzeugerebene nicht eingeführt werden. Es sind jedoch Ausnahmen möglich. In einigen Fällen ist es wichtig, die spezifische Pflanze, den Prozess, die Geschichte und die Anfälligkeit dieser Pflanze für Ausbrüche von Lebensmittelvergiftungen zu bewerten. Ein Beispiel dafür kann die Olivenölerzeugung durch Kaltpressung sein.


7. Kann ein Erzeuger einen Teil seiner Pflanzenernte (z. B. Erbsen) unter IFA und einen Teil unter CfP registrieren?

Nein, der Erzeuger kann nicht eine Pflanze (z. B. Erbsen) sowohl unter CfP als auch unter IFA registrieren. Wenn ein Teil der Pflanzenernte frisch verzehrt wird, ist eine IFA Produktionszertifizierung erforderlich. In diesem Fall muss die gesamte Erbsenernte nach dem IFA Standard zertifiziert werden, da dieser mehr Risiken abdeckt und für frische Erzeugnisse geeignet ist.

8. Bekommen Erzeuger, die unter bzw. nach CfP registriert bzw. zertifiziert sind, auch eine GGN?

Ja, Erzeugern wird eine GGN ausgestellt, jedoch mit dem Präfix CFP, um sicherzustellen, dass der Bezug auf den CfP Standard in der GLOBALG.A.P. Datenbank eindeutig ist, z. B. CFP-GGN1234567891011.

9. Ist der Standard für die Lieferkette eine Voraussetzung für CfP?

Nein, CfP zertifizierte Erzeuger müssen NICHT auch nach dem Standard für die Lieferkette zertifiziert sein.

10. Kann der Verarbeiter die CFP-GGN auf dem verarbeiteten Enderzeugnis verwenden?

Nein, die CFP-GGN kann nur vom Inhaber eines gültigen CfP Zertifikats (z. B. Erzeuger) verwendet werden. Wenn der Verarbeiter (der nicht gleichzeitig auch Erzeuger ist) dem verarbeiteten Enderzeugnis eine GGN hinzufügen möchte, muss sich der Verarbeiter für den Standard für die Lieferkette bewerben und kann anschließend die CoC-GGN verwenden.

11. Muss die Zertifizierungsstelle (CB) zusätzliche Gebühren entrichten, um CfP-Kontrollen durchführen zu können?

Wenn eine CB bereits endgültig durch GLOBALG.A.P. anerkannt wurde, um Kontrollen der Produktgruppe für IFA Obst und Gemüse durchzuführen, und zusätzlich zumindest auch vorläufig für IFA Drusch- und Hackfrüchte anerkannt wurde, sind 2017 keine zusätzlichen Gebühren zu entrichten.

12. Wo finde ich das Dokument „Kontrollpunkte und Erfüllungskriterien“ (Control Points and Compliance Criteria – CPCC)?

Es gibt nur eine Checkliste für CfP, die im GLOBALG.A.P. Dokumenten-Center auf der Webseite www.globalgap.org kostenlos zu Verfügung steht. Es gibt kein zusätzliches CPCC-Dokument für CfP. Zudem ist das Dokument „Allgemeines Regelwerk des CfP-Standards“ anwendbar.

13. Welche Anforderungen muss eine Zertifizierungsstelle (CB) erfüllen, um CfP Kontrollen durchführen zu können?
  • Die CB muss für GLOBALG.A.P. IFA Obst und Gemüse endgültig anerkannt (Schritt 6) und zusätzlich zumindest auch vorläufig für IFA Drusch- und Hackfrüchte anerkannt sein (Schritt 5). Es muss kein Antragsformular ausgefüllt werden. Senden Sie bitte jedoch eine formelle Absichtserklärung an: terheggen@globalgap.org
  • Kontrolleure und Auditoren müssen dieselben Anforderungen erfüllen wie IFA Kontrolleure/Auditoren für Pflanzen (IFA Allgemeines Regelwerk Teil III Anhang II.1 und III.2)
  • Alle Auditoren und Kontrolleure müssen die Online-Schulung für die IFA Produktgruppen Obst und Gemüse + Drusch- und Hackfrüchte absolvieren. 
  • Derzeit gibt es keinen Inhouse Trainer für CfP.
14. Können Erzeugergruppen auch nach CfP zertifiziert werden?

Option 2 ist für CfP zulässig. Es sind dieselben Regeln wie für IFA zu befolgen.

15. Welche Gebühren sind von Erzeugern, die sich für CfP anmelden möchten, zu entrichten?

Siehe aktuelle GLOBALG.A.P. Gebührenübersicht in Absatz 2.5 Link zur GLOBALG.A.P. Gebührenübersicht.

16. Welche Schritte müssen Sie als Erzeuger ausführen, um die Zertifizierung nach dem CfP Standard in die Wege zu leiten?

6 Schritte zur Einleitung der Zertifizierung nach dem CfP Standard 

  1. Downloaden Sie die entsprechenden CfP Standard Dokumente und Checklisten aus dem Quicklink-Bereich auf der GLOBALG.A.P. Webseite:  Link zur CfP Webpage.
  2. Gehen Sie den Entscheidungsbaum durch, um festzustellen, ob der Produktionsprozess für die CfP Zertifizierung geeignet ist.
  3. Vergleichen Sie Angebote von Zertifizierungsstellen in Ihrem Land und melden Sie sich mit der von Ihnen gewählten Stelle an, um Ihre CfP Nummer (CFP-GGN) zu erhalten. Eine vollständige Liste GLOBALG.A.P. anerkannter Zertifizierungsstellen finden Sie  hier.
  4. Führen Sie eine Eigenkontrolle anhand der Checkliste durch und korrigieren Sie alle Punkte, die Sie nicht erfüllen. Denken Sie daran, auch das Dokument „Overview of Farming“ (Überblick über die Aktivitäten auf dem Betrieb) auszufüllen. Ein GLOBALG.A.P. lizenzierter Farm Assurer als geschulter und anerkannter Berater kann Ihnen während Ihrer Audit-Vorbereitungen wertvolle Unterstützung bieten. Eine vollständige Liste GLOBALG.A.P. lizenzierter Farm Assurer finden Sie  hier.
  5. Vereinbaren Sie einen Termin mit der gewählten GLOBALG.A.P. anerkannten Zertifizierungsstelle. Ein Kontrolleur wird die erste Vor-Ort-Kontrolle durchführen.
  6. Sobald Sie die Anforderungen des Standards erfüllen, erhalten Sie ein GLOBALG.A.P. Zertifikat.