Das GLOBALG.A.P. Zertifikat, auch bekannt als der Standard für die kontrollierte landwirtschaftliche Unternehmensführung (IFA), deckt die Gute Agrarpraxis für alle Formen der landwirtschaftlichen Produktion, der Aquakulturen und des Gartenbaus ab. Es beinhaltet außerdem zusätzliche Aspekte der Lebensmittelproduktion und Versorgungskette, wie etwa den Standard für die Lieferkette oder Mischfutterherstellung.

Der IFA-Standard wurde unter Einbindung der Stakeholder und durch umfassende Konsultationsprozesse überarbeitet und V5 wurde im Juli 2015 mit einem Jahr Umstellungszeitraum veröffentlicht. Das bedeutet, dass die V5 im Jahr 2016 obligatorisch wurde.

Der GLOBALG.A.P. IFA Standard V5 basiert auf einem modularen System, das es Erzeugern ermöglicht, sich in nur einem Audit für mehrere Produktgruppen zertifizieren zu lassen. Dazu gehören die folgenden Bestandteile:

  • Allgemeines Regelwerk: Dies bestimmt die Kriterien für eine erfolgreiche Implementierung der CPCC sowie Richtlinien zur Überprüfung und Regulierung des Standards.
  • Kontrollpunkte und Erfüllungskriterien (CPCC): Diese definieren präzise die Anforderungen zum Erreichen des von GLOBALG.A.P. geforderten Standards.  

Die Kontrollpunkte und Erfüllungskriterien (CPCC) basieren ebenfalls auf einer modularen Struktur, mit folgenden Elementen:

  • Basismodul Gesamtbetrieb: Dies ist die Grundlage aller Standards und enthält alle Anforderungen, die sämtliche Erzeuger erfüllen müssen, um die Zertifizierung zu erlangen.
  • Basismodule für Produktrichtungen: Hier werden für die verschiedenen Bereiche der Lebensmittelproduktion eindeutige Kriterien festgelegt. GLOBALG.A.P. deckt 3 Produktrichtungen ab: Pflanzen, landwirtschaftliche Nutztiere und Aquakulturen. 
  • Module für Produktgruppen: Diese CPCC enthalten alle Anforderungen für ein bestimmtes Produkt bzw. einen anderen Aspekt der Lebensmittelproduktion oder Lieferkette.

Um also zertifiziert zu werden, muss ein Erzeuger alle für seine Produktgruppe relevanten CPCCs erfüllen. Ein Erdbeerproduzent muss z.B. die CPCCs des Basismoduls Gesamtbetrieb, die des Basismoduls Pflanzen und die des Standards für Obst und Gemüse erfüllen, um ein GLOBALG.A.P. IFA Zertifikat für Obst und Gemüse zu erhalten.

GLOBALG.A.P. stellt für jedes Modul Checklisten bereit, um den Erzeugern zu helfen, ihren Betrieb besser vorzubereiten und die erforderlichen Änderungen vorzunehmen, bevor der Kontrolleur einer Zertifizierungsstelle ein Audit bzw. eine Kontrolle durchführt.

Zertifizierungsoptionen:

  • Option 1 (Einzelerzeuger mit oder ohne optionalem Qualitätsmanagement-System)
  • Option 2 (Mehrere Erzeuger mit verpflichtendem Qualitätsmanagement-System)