GRASP FAQs

Über GRASP

Was ist GRASP?

GRASP ist ein Zusatzmodul für die Evaluierung von Sozialpraktiken in landwirtschaftlichen Betrieben. Der Anforderungskatalog beinhaltet 11 Standardanforderungen und eine zusätzliche Anforderung ans QMS, die sich alle auf die spezifischen Aspekte der Gesundheit, der Sicherheit und dem Wohlergehen von Arbeitnehmern beziehen. GRASP ist eine Ergänzung zum GLOBALG.A.P. Zertifikat.

Für Produzenten

Muss ich mich für GRASP registrieren – ist es ein Pflichtmodul?

GRASP ist ein verpflichtender Teil der akkreditierten GLOBALG.A.P. Aquakultur-Zertifizierung und des GGN Labels für zertifizierte Aquakultur und zertifizierten Zierpflanzenbau. Für alle anderen Produktrichtungen ist GRASP ein freiwilliges Zusatzmodul – nichtsdestotrotz können Händler und/oder Lieferanten GRASP als ihre Pflichtanforderung definieren.

Ich habe ein Zertifikat von einem gleichwertig anerkannten Standardprogramm (Option 3, Option 4), kann ich mich für GRASP registrieren?

Ja, GRASP kann auch mit anderen, gleichwertig anerkannten Standards kombiniert werden (equivalent scheme/AMCs), vorausgesetzt der Inhaber des Standardprogramms ist damit einverstanden.

Ich bin für ein localg.a.p. Programm registriert – kann ich mich für GRASP registrieren?

GRASP ergänzt das Kapitel Gesundheit, Sicherheit und Wohlergehen der Arbeitnehmer in den GLOBALG.A.P. Standards für Primärproduktion. Das localg.a.p. Programm deckt dieses Kapitel nicht vollständig ab, daher kann GRASP nicht mit dem localg.a.p. Programm kombiniert werden.

In meinem Land gibt es keine nationale Interpretationsrichtlinie. Wie kann ich mich trotzdem für GRASP registrieren?

In diesen Fällen gelten für Zertifizierungsstellen die Zusatzanforderungen der GRASP Allgemeinen Regeln Version 3-1-i. Die Zertifizierungsstelle muss die GRASP-Evaluierung in dem Land beantragen und die Zusatzanforderungen erfüllen. Ist dies geschehen, kann GRASP in dem Land von der Zertifizierungsstellen evaluiert werden.

Ich beschäftige mehrere Familienmitglieder. Sind die GRASP-Kontrollpunkte anwendbar?
  • Ja, sofern rechtsgültige Verträge mit diesen Familienmitgliedern existieren. Diese Verträge müssen ebenfalls evaluiert werden und sie müssen die GRASP-Anforderungen erfüllen.
  • Nein, wenn nur engste Familienmitglieder, die im selben Haushalt leben, beschäftigt sind, d. h. Mutter, Vater, Bruder und Schwester.
Mein GLOBALG.A.P. Zertifikat ist noch einige Monate gültig. Ich registriere mich nun auch für GRASP. Für welchen Zeitraum plant die Zertifizierungsstelle die GRASP-Evaluierung?

In den meisten Fällen hängt das Evaluierungsdatum davon ab, bis wann der GRASP-Bericht verfügbar sein muss. GRASP kann im Laufe des Jahres zu jedem Zeitpunkt geprüft werden. Idealerweise wird es jedoch zusammen mit den GLOBALG.A.P. Anforderungen geprüft ,nämlich während der Ernte, wenn die Arbeitnehmer und die Arbeitnehmervertretung auch vor Ort ist und zur Verfügung steht.

Ist die Selbsteinschätzung Pflicht?

Ja, die Selbsteinschätzung ist für einzelne Erzeuger (sowohl für Einzelerzeuger in Option 1 als auch für Gruppenmitglieder in Option 2) verpflichtend. In Option 2 Gruppen ist die interne Evaluierung Pflicht – durchgeführt für alle Gruppenmitglieder vom internen Kontrolleur. Diese interne Evaluierung ist jedoch nicht gleichzusetzen mit der Selbsteinschätzung.

Finden Befragungen von Arbeitnehmern statt?

Ja, je nach Risikoklassifizierung des Landes des Erzeugers finden Einzel- oder Gruppenbefragungen von Arbeitnehmern statt. Weitere Informationen zu den Befragungen finden Sie in den untenstehenden Fragen „Prüfen die GRASP-Prüfer die Dokumente und Aufzeichnungen aller Beschäftigten?“ und „Was ist unter dem Länderrisikokonzept zu verstehen?“.

Prüfen die GRASP-Prüfer die Dokumente und Aufzeichnungen aller Beschäftigten?

Dokumente werden gemäß den auf dem Länderrisikokonzept basierenden Stichprobenregeln überprüft:

  • In Ländern mit hohem, mittlerem und geringem Risiko, in denen Befragungen durchgeführt werden: Mindestens 50 % von denen, die befragt wurden (d. h. 50 % der Dokumente der befragten Arbeitnehmer).
  • In Ländern mit geringem Risiko, in denen keine Befragung durchgeführt wird: Mindestens 50 % der Quadratwurzel der Gesamtzahl der registrierten Arbeitnehmer
Was ist unter dem Länderrisikokonzept zu verstehen?
  • Die Worldwide Governance Indicators (WGI) der Weltbank liefern Informationen über die Institutionen und Organe innerhalb eines Landes, über dessen Stabilität, die Beteiligung der Bürger und das Vorkommen von Korruption. GLOBALG.A.P. wendet diese aggregierten Indikatoren an, um Länder auf drei verschiedenen Ebenen zu gruppieren: Länder mit geringem, mittlerem und hohem Risiko. Die Gesamtpunktzahl der WGI reicht von 1 bis 100 (je niedriger die Punktzahl desto schwächer die Regierungsführung gemäß der Definition der WGI).
  • Die Methode zur Erhebung von Nachweisen während der GRASP-Evaluierung richtet sich nach den Regeln für die jeweilige Risikokategorie eines Landes: Dazu gehören Befragungen von Arbeitnehmern (Einzel- und Gruppenbefragungen), ebenso wie spezifische Regeln für die Stichprobenprüfung von Dokumenten. Einzelheiten zur Methodik und die Liste der Länder finden Sie in den Technical News 3/2020 GRASP Edition, Anhang 1, 2 und Zusatz 1.
Ich bin als Option 1 Erzeuger registriert, allerdings führe ich einen Betrieb mit mehreren Standorten und einem QMS. Welche Checkliste soll genutzt werden – die Option 1 Checkliste für Einzelerzeuger oder die Option 2 Checkliste für Erzeugergruppen?

In diesem Fall muss die Option 2 Checkliste genutzt werden. Bei der Evaluierung wird die Quadratwurzel der Standorte gezogen und diese werden evaluiert. In der Checkliste werden diese Standorte wie „Mitglieder“ registriert – analog zu der Gruppenevaluierung, und das QMS wird geprüft. Wir sind eine Erzeugergruppe mit eigener Produktion, die auch unter dem GLOBALG.A.P. Zertifikat erfasst wird.

Können wir für GRASP nur die Standorte mit Arbeitnehmern anmelden, an denen eine gruppeneigene Produktion stattfindet?
  • Wenn die Erzeugergruppe dasselbe/dieselben Produkt/e anbaut wie die Gruppenmitglieder: kann nur GRASP auf die gesamte Produktion des bei GLOBALG.A.P. registrierten Unternehmens angewendet werden, einschließlich der Eigenproduktion der Erzeugergruppe. kann die Eigenproduktion der Gruppe nicht separat evaluiert werden, sondern muss als zusätzliches Mitglied in der Option 2 Stichprobenprüfung der Mitglieder der Erzeugergruppe gezählt werden.
  • Wenn die Erzeugergruppe andere Produkte als die der Gruppenmitglieder anbaut, kann dieses Produkt IFA-zertifiziert und für GRASP als Option 1 registriert und evaluiert werden. Alle Arbeitnehmer der Gruppe sind dann in dem GRASP-Bericht erfasst, der auch in der Datenbank angezeigt wird. In solchen Fällen ist die GRASP-Checkliste für Option 1 zu verwenden.
Müssen in Option 2 alle Gruppenmitglieder unter dem GLOBALG.A.P. Zertifikat für GRASP registriert werden?

Alle Mitglieder, Standorte und Einheiten der Erzeugergruppe, die in den Geltungsbereich der IFA-Zertifizierung fallen, müssen für GRASP registriert und für die Stichprobenprüfung im Rahmen der GRASP-Evaluierung berücksichtigt werden. Das heißt, dass die Evaluierung durch die Zertifizierungsstelle das QMS, die Quadratwurzel der Anzahl der Produkthandhabungseinheiten im Falle von Obst und Gemüse und alle Produkthandhabungseinheiten im Falle von Aquakultur sowie mindestens die Quadratwurzel aller akzeptierten Mitglieder der Erzeugergruppe umfasst. Der Übergangszeitraum von der derzeitigen Regelung (die nicht die Einbeziehung jedes einzelnen Mitglieds der Erzeugergruppe erfordert) zur neuen Regelung (die die Einbeziehung aller Mitglieder der Erzeugergruppe erfordert) beträgt ein Jahr ab dem „Gültig-bis“-Datum der aktuellen GRASP-Evaluierung.

Die Produkthandhabung unserer Produkte wurde für das GLOBALG.A.P. Zertifikat mitgeprüft. Können wir für die GRASP-Evaluierung ausschließlich unsere Produkthandhabungsstandorte registrieren?

Es ist nicht möglich, den Anbau/Produktionsprozess von der GRASP-Evaluierung auszuschließen, da das GRASP Modul auf das GLOBALG.A.P. Zertifikat für Primärproduktion aufbaut, die zertifiziert wurde.

Wie viel kostet die GRASP-Evaluierung?

Die Kosten setzen sich zusammen aus 2 Teilen:

1. Die evaluierende Zertifizierungsstelle stellt ihre eigenen Kosten in Rechnung – die Arbeitsstunden/-tage und die Kosten des Prüfers. Dazu kann die zuständige Zertifizierungsstelle genaue Angaben machen.

2. GLOBALG.A.P. stellt Einzelerzeugern und Erzeugergruppen die Lizenzgebühr für GRASP-Evaluierungen in Rechnung – siehe unten:

Gebühr

Berechnet für

Jährlich

Option 1

Lizenzgebühr für GRASP-Evaluierungen

 
 

GRASP-Evaluierung von Einzelerzeugern

 

25 €

Option 2

Lizenzgebühr für GRASP-Evaluierungen(Basis)

 
 

GRASP-Evaluierung von Erzeugergruppen

 

130 €

Option 2

 

Lizenzgebühr für GRASP-Evaluierungen (zusätzlich Gebühr pro Erzeuger)

  

Jedes Gruppenmitglied von GRASP-evaluierten Erzeugergruppen

 

1 €

Mein Betrieb wurde nach GRASP evaluiert – wie können meine Abnehmer/Händler in der GLOBALG.A.P. Datenbank den GRASP-Bericht einsehen?

Die GRASP-Evaluierungsberichte sind in der öffentlichen Suche in der Datenbank nicht sichtbar. Es haben nur die Unternehmen Zugriff darauf, deren Mitarbeiter einen GLOBALG.A.P. Datenbankzugang haben (mit Bookmarking-Paket) und den allgemeinen Bedingungen für GRASP-Beobachter zur Gewährleistung des Datenschutzes zugestimmt haben. Diese Unternehmen mit ihren Mitarbeitern sind die sogenannten GRASP-Beobachter.

Kann ich im Falle von Regelverstößen korrigierende Maßnahmen vorlegen?

Ja: Korrekturmaßnahmen können innerhalb von 3 Monaten nach der Erstevaluierung oder innerhalb von 28 Tagen nach der Folgeevaluierung vorgelegt werden. Der Evaluierungsbericht muss nach Ablauf der Frist für Korrekturmaßnahmen hochgeladen werden, unabhängig davon, ob die Korrekturmaßnahmen ergriffen wurden.

Kann ich GRASP zu meiner Zertifizierung nach dem Standard für die Lieferkette (CoC) hinzufügen?

Das GRASP-Zusatzmodul basiert auf den GLOBALG.A.P. Standards für Primärproduktion, die im Gegensatz zum Standard für die Lieferkette (CoC) Kontrollpunkte für die Gesundheit, Sicherheit und das Wohlergehen der Arbeitnehmer beinhalten. GRASP deckt die Primärproduktion ab, der CoC-Standard nicht. Daher kann GRASP nicht zur CoC-Zertifizierung hinzugefügt werden.

Für Zertifizierungsstellen

Wie registriere ich Teilzeitbeschäftigte oder saisonale Arbeitskräfte?

Für GRASP muss jeder Arbeitnehmer in die GRASP-Checkliste eingetragen werden: Saison- und Zeitarbeiter, Festangestellte und Leiharbeiter, sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit. Wenn ein Arbeitnehmer aufeinanderfolgende Kurzzeitverträge hat, zählt dieser Arbeitnehmer als einer. Die Erzeuger, d. h. die Arbeitgeber, müssen die Zahl von Arbeitnehmern mitteilen, die bis zum Datum der GRASP-Evaluierung unter Vertrag genommen wurden.

Wie ist es mit Arbeitnehmern/Innen aus dem Ausland bzw. der EU?

In der GRASP-Checkliste muss die Herkunft der Arbeitnehmer/Innen eingetragen werden – allerdings nicht unterschieden nach EU bzw. Nicht-EU-Bürgern. Der Grund ist, dass GRASP – also auch die Checkliste – auch außerhalb der EU anwendbar ist, so entschied sich das GRASP-Komitee für die Unterscheidung nach nationalen Grenzen. Das heißt:

Ein inländischer Arbeitnehmer migriert innerhalb des Landes, z. B. von Süditalien nach Norditalien, um dort zu arbeiten. Ein sog. Grenzgänger überschreitet nationalen Grenzen, um zu arbeiten, z. B. ein polnischer Arbeitnehmer in Italien, Arbeitnehmer aus Afrika in einem beliebigen europäischen Land usw.

Wie sollen die GRASP-Ergebnisse der Produkthandhabungseinheiten einbezogen werden?

Intern muss jeder Standort evaluiert werden. Extern evaluiert die Zertifizierungsstelle eine Stichprobe (Quadratwurzel) der Standorte und die zentrale Produkthandhabungseinheit. Es ist nicht erforderlich, eine separate GRASP-Checkliste für die Produkthandhabungseinheit zu verwenden und einzureichen. Der finale GRASP-Bericht fasst die Ergebnisse und die Evaluierungsanmerkungen aller besuchten Standorte und der Produkthandhabungseinheit zusammen und weist auf etwaige Unterschiede zwischen den Standorten hin. Produkthandhabungseinheiten, die von einer Erzeugergruppe betrieben werden, sind ebenfalls in die Stichprobenprüfung der externen Evaluierung einzubeziehen. Wenn es nur eine zentrale Produkthandhabungseinheit gibt, muss diese jedes Jahr evaluiert werden. Wenn es mehr als eine zentrale Produkthandhabungseinheit gibt, ist die Quadratwurzel der Gesamtzahl der registrierten zentralen Produkthandhabungseinheiten zu evaluieren. Im Falle von Aquakultur ist grundsätzlich jede Produkthandhabungseinheit einmal jährlich zu evaluieren.

Wie gehe ich vor, wenn von mehreren angebauten Produkten nur wenige für GRASP registriert wurden?

GRASP baut auf die IFA-Zertifizierung auf, daher muss die GRASP-Evaluierung denselben Geltungsbereich abdecken: Die Zertifizierungsstelle berücksichtigt in der GRASP-Evaluierung:

    • bei Option 1 die für die IFA-Produktion beschäftigten Arbeitnehmer
    • bei Option 2 jedes Mitglied der Erzeugergruppe mit IFA-Zertifizierung und dessen Arbeitnehmer
Prüfen die GRASP-Prüfer die Dokumente und Aufzeichnungen aller Beschäftigten?

Dokumente werden gemäß den auf dem Länderrisikokonzept basierenden Stichprobenregeln überprüft:

    • In Ländern mit hohem, mittlerem und geringem Risiko, in denen Befragungen durchgeführt werden: Mindestens 50 % von denen, die befragt wurden (d. h. 50 % der Dokumente der befragten Arbeitnehmer).
    • In Ländern mit geringem Risiko, in denen keine Befragung durchgeführt wird: Mindestens 50 % der Quadratwurzel der Gesamtzahl der registrierten Arbeitnehmer
Was ist unter dem Länderrisikokonzept zu verstehen?
  • Die Worldwide Governance Indicators (WGI) der Weltbank liefern Informationen über die Institutionen und Organe innerhalb eines Landes, über dessen Stabilität, die Beteiligung der Bürger und das Vorkommen von Korruption. GLOBALG.A.P. wendet diese aggregierten Indikatoren an, um Länder auf drei verschiedenen Ebenen zu gruppieren: Länder mit geringem, mittlerem und hohem Risiko. Die Gesamtpunktzahl der WGI reicht von 1 bis 100 (je niedriger die Punktzahl desto schwächer die Regierungsführung gemäß der Definition der WGI).
  • Die Methode zur Erhebung von Nachweisen während der GRASP-Evaluierung richtet sich nach den Regeln für die jeweilige Risikokategorie eines Landes: Dazu gehören Befragungen von Arbeitnehmern (Einzel- und Gruppenbefragungen), ebenso wie spezifische Regeln für die Stichprobenprüfung von Dokumenten. Einzelheiten zur Methodik und die Liste der Länder finden Sie in den Technical News 3/2020 GRASP Edition, Anhang 1, 2 und Zusatz 1.
Müssen in Option 2 alle Gruppenmitglieder, die in den Geltungsbereich der IFA-Zertifizierung fallen, für GRASP registriert werden?

Alle Mitglieder, Standorte und Einheiten der Erzeugergruppe, die in den Geltungsbereich der IFA-Zertifizierung fallen, müssen für GRASP registriert und für die Stichprobenprüfung im Rahmen der GRASP-Evaluierung berücksichtigt werden. Das heißt, dass die Evaluierung durch die Zertifizierungsstelle das QMS, die Quadratwurzel der Anzahl der Produkthandhabungseinheiten im Falle von Obst und Gemüse und alle Produkthandhabungseinheiten im Falle von Aquakultur sowie mindestens die Quadratwurzel aller akzeptierten Mitglieder der Erzeugergruppe umfasst. Der Übergangszeitraum von der derzeitigen Regelung (die nicht die Einbeziehung jedes einzelnen Mitglieds der Erzeugergruppe erfordert) zur neuen Regelung (die die Einbeziehung aller Mitglieder der Erzeugergruppe erfordert) beträgt ein Jahr ab dem „Gültig-bis“-Datum der aktuellen GRASP-Evaluierung.

Die Produkthandhabung meiner Produkte wurde für das GLOBALG.A.P. Zertifikat mitgeprüft. Kann ich für die GRASP-Evaluierung ausschließlich unsere Produkthandhabungsstandorte registrieren?

Es ist nicht möglich, den Anbau/Produktionsprozess von der GRASP-Evaluierung auszuschließen, da das GRASP Modul auf das GLOBALG.A.P. Zertifikat für Primärproduktion aufbaut, die zertifiziert wurde.

Wie evaluieren wir Produkthandhabungsstandorte, die ausgegliedert sind?

Punkt 3.4 der GRASP Allgemeinen Regeln Version 1.3 definiert, dass jede Aktivität aller Mitglieder und Erzeuger, die unter die GLOBALG.A.P. Zertifizierung fällt, in GRASP evaluiert werden muss. Folglich, wenn Produkthandhabung eingeschlossen ist, müssen auch all die Standorte evaluiert werden – auch wenn sie nicht direkt bzw. vom Zertifikatsinhaber betrieben werden. Um die Erfüllung der GRASP-Kriterien prüfen zu können, kann der GRASP-Prüfer die anderen Standorte überprüfen oder Erzeuger und Unterauftragnehmer/Servicepartner können eine Vereinbarung oder einen Vertrag abschließen, woraus hervorgeht, dass

    • der Unterauftragnehmer/Servicepartner die GRASP-Anforderungen kennt (der Erzeuger hat ihn z. B. informiert oder trainiert)
    • der Unterauftragnehmer/Servicepartner erfüllt die GRASP-Anforderungen
    • im Verdachts- bzw. Zweifelsfall darf die GLOBALG.A.P. Zertifizierungsstelle die Standorte/das Büro des Unterauftragnehmers/Servicepartners besichtigen, um Stichprobenkontrollen oder Interviews durchzuführen.
    • Letztlich ist der Erzeuger für die Erfüllung der Kriterien durch die Unterauftragnehmer verantwortlich.
Wie geht die Zertifizierungsstelle vor, wenn die Anzahl der Gruppenmitglieder und/oder die der Produktionsstandorte steigt?

Wenn sich innerhalb der 12 Monate Gültigkeitszeitraum weitere Gruppenmitglieder für GRASP registrieren, gilt Folgendes: GRASP muss neu evaluiert werden, wenn:

  • die neuen Mitglieder (die auch Arbeitnehmer beschäftigen) machen mehr als 10 % der Mitglieder aus, die bereits GRASP-evaluiert sind, und/oder
  • mehr als 10 % der bestehenden GRASP-Erzeuger (die zuvor keine Arbeitnehmer hatten) beschäftigen Arbeitnehmer
  • und bei Evaluierungen von Option 2 Erzeugergruppe ist ein Audit des QMS erforderlich.
Können wir die GRASP-Evaluierung aufteilen, d. h. als Erstes das QMS prüfen und/oder die Produkthandhabungsstandorte, und dann zum späteren Zeitpunkt die Gruppenmitglieder? Gibt es eine Vorgabe für die Höchstzahl von Evaluierungstagen?

Eine in der Art aufgeteilte GRASP-Evaluierung bedeutet für den Erzeuger Mehrkosten, welche vermieden werden sollten. Sollte die Evaluierung doch nur auf mehrere Tage aufgeteilt erfolgen können, muss sie beendet sein, bevor das GLOBALG.A.P. Zertifikat erneuert wird.

Wie muss ein Option 1 Betrieb mit mehreren Standorten evaluiert und der GRASP-Bericht erstellt werden?

Bei Einzelerzeugern mit mehreren Standorten ohne QMS muss die Zertifizierungsstelle bei der Evaluierung die GRASP-Checkliste für Option 1 verwenden. Die Evaluierung muss Folgendes abdecken:

    • Alle akzeptierten IFA-Produkte und -Produktionsprozesse
    • Alle registrierten Produktionsstandorte
    • Jede registrierte Produkthandhabungseinheit, gegebenenfalls die Verwaltungsstandorte

Wenn ein QMS implementiert wurde, ist die GRASP-Checkliste für Option 2 zu verwenden, und die Evaluierung muss Folgendes abdecken:

    • eine Stichprobe (Quadratwurzel) der Standorte und die zentrale Produkthandhabungseinheit
    • Es ist nicht erforderlich, eine separate GRASP-Checkliste für die Produkthandhabungseinheit zu verwenden und einzureichen
    • Der finale GRASP-Bericht fasst die Ergebnisse und die Evaluierungsanmerkungen aller besuchten Standorte und der Produkthandhabungseinheit zusammen und weist auf etwaige Unterschiede zwischen den Standorten hin
    • Wenn es nur eine zentrale Produkthandhabungseinheit gibt, muss diese jedes Jahr evaluiert werden.
    • Wenn es mehr als eine zentrale Produkthandhabungseinheit gibt, ist die Quadratwurzel der Gesamtzahl der registrierten zentralen Produkthandhabungseinheiten zu evaluieren.
    • Im Falle von Aquakultur ist grundsätzlich jede Produkthandhabungseinheit einmal jährlich zu evaluieren.
Wie müssen die Ergebnisse der Gruppenevaluierung erfasst werden?

Die Option 2 Evaluierung kann der GRASP-Prüfer entweder mit der Option 1 Checkliste für jeden Gruppenmitglied oder mit der Option 2 Checkliste durchführen – in Papierform oder direkt in der Excel-Datei in elektronischer Form. Die Zertifizierungsstelle kann intern für die eine oder die andere Weise entscheiden, wichtig ist die zusammengefasste Option 2 Checkliste für die Gruppe in der Datenbank hochzuladen und jede weitere Dokumentation muss klar zeigen, wie der GRASP-Prüfer zu den jew. Ergebnissen kam.

Wozu brauchen wir nationale Interpretationsrichtlinien?

Die Arbeitsgesetze sind von Land zu Land unterschiedlich. Die GRASP Nationalen Interpretationsrichtlinien spezifizieren die anzuwendenden gesetzlichen Anforderungen – wie z. B. den Mindestlohn, Arbeitszeiten, Mindestalter etc.

Kann ich der Erzeuger im Falle von Regelverstößen korrigierende Maßnahmen vorlegen?

Ja: Korrekturmaßnahmen können innerhalb von 3 Monaten nach der Erstevaluierung oder innerhalb von 28 Tagen nach der Folgeevaluierung vorgelegt werden. Der Evaluierungsbericht muss nach Ablauf der Frist für Korrekturmaßnahmen hochgeladen werden, unabhängig davon, ob die Korrekturmaßnahmen ergriffen wurden.

Kann GRASP mit der Zertifizierung nach dem Standard für die Lieferkette (CoC) kombiniert werden?

Das GRASP-Zusatzmodul basiert auf den GLOBALG.A.P. Standards für Primärproduktion, die im Gegensatz zum Standard für die Lieferkette (CoC) Kontrollpunkte für die Gesundheit, Sicherheit und das Wohlergehen der Arbeitnehmer beinhalten. GRASP deckt die Primärproduktion ab, der CoC-Standard nicht. Daher kann GRASP nicht zur CoC-Zertifizierung hinzugefügt werden.

Kontrollpunkte und Erfüllungskriterien

Muss der Betrieb (immer) eine Arbeitnehmervertretung haben?
  • Ja, jeder Erzeuger mit mindestens einem (1) Arbeitnehmer muss über eine Form der Arbeitnehmervertretung verfügen, die zur Erfüllung der GRASP-Anforderungen tätig werden kann, wie in den verschiedenen Kontrollpunkten in Bezug auf den Arbeitnehmervertreter aufgeführt.
  • Diese Vertretung kann in beliebiger Form erfolgen (z. B. eine Person, eine Personengruppe, mehrere zeitlich befristete Personen usw.), sofern folgende Voraussetzungen erfüllt werden:
    • Sie ist unabhängig von der Betriebsleitung
    • Sie wird von den Arbeitnehmern gewählt
    • Die Arbeitnehmer werden über die Vertretung informiert
    • Sie wird von den Arbeitnehmern anerkannt
  • Wenn ein einzelnes Mitglied einer Erzeugergruppe weniger als 5 Arbeitnehmer beschäftigt, so muss die Vertretung dieses Mitglieds der Erzeugergruppe auf der Grundlage der oben genannten Regeln organisiert werden.
Können Arbeitnehmervertreter zur Betriebsleitung gehören, z. B. in kleineren Betrieben?

Nein, Arbeitnehmervertreter haben die Vermittler- bzw. Mediatorrolle zwischen den Arbeitnehmern und der Betriebsleitung, damit Beschwerden das Management auf einfachem Weg erreichen. Eine Person von der Betriebsleitung kann diese Rolle nicht übernehmen. Nichtsdestotrotz kann die für die Umsetzung von GRASP verantwortliche Person Arbeitnehmervertreter sein. Die Arbeitnehmervertreter kontrollieren, dass Vereinbarungen zwischen ihnen und der Betriebsleitung auch verwirklicht werden.

Was sind die Aufgaben der Arbeitnehmervertreter?

Die/Der Arbeitnehmervertreter müssen für Arbeitnehmer erreichbare Kontaktperson(en) sein, die/der die Betriebsleitung auf konstruktiver Art ansprechen kann/können. Um die Rechte der Arbeitnehmer verstehen und ihnen diese Rechte vermitteln zu können, müssen die Arbeitnehmervertreter die relevante(n) Nationalen Interpretationsrichtlinie(n) verstehen. Jeglicher Interessenskonflikt für die Arbeitnehmervertreter muss – soweit möglich – vermieden werden. Einige Nationale Interpretationsrichtlinien spezifizieren den Schutz der Arbeitnehmervertreter, damit diese ihre Arbeit in dieser Rolle frei ausüben können. Stellen Sie sicher, dass den Arbeitnehmervertretern genug Zeit dafür zur Verfügung steht. Ihre Aufgaben können kurz in einer Aufgabenbeschreibung schriftlich niedergelegt werden.

Kontrollpunkt 2: Beschwerdeverfahren

Wir sind ein kleiner Betrieb, ganzjährig haben wir nur wenige Angestellte. Müssen wir trotzdem ein Beschwerdeverfahren implementieren?

Ja; Die Implementierung eines solchen Verfahrens bedeutet jedoch nicht die Umsetzung eines komplexen Systems. Wenn der Arbeitgeber und die Arbeitnehmer sich regelmäßig sehen und auch Besprechungen stattfinden, ist es ausreichend zu dokumentieren, wie, in welcher Form und bei wem die Arbeitnehmer (z. B. in diesen Besprechungen) Beschwerden einreichen können.

Wie kann so ein Beschwerdeverfahren aussehen?

Überlegen Sie sich ein der Betriebsgröße und der Betriebsform angemessenes Beschwerdeverfahren. Z. B. sind in einigen Kulturkreisen Arbeitnehmer nicht gewohnt, schriftlich Beschwerden einzureichen. Solche und ähnliche Faktoren müssen dabei in Betracht gezogen werden.

    • Wenn Sie einen Betrieb mit nur wenigen Angestellten leiten, wird die Arbeitnehmervertretung nur zu bestimmten Zeiten in der Woche für Gespräche zur Verfügung stehen. Die Arbeitnehmer müssen informiert sein, wann sie wen ansprechen können.
    • Wenn Sie einen Betrieb mit mehreren Angestellten leiten, können Sie auch einen Beschwerdekasten für anonyme Beschwerden aufhängen. Stellen Sie sicher, dass dieser Kasten regelmäßig geleert wird (z. B. alle 2 Wochen) und kümmern Sie sich um die Erledigung dieser Beschwerden. Oder Sie organisieren Sprechzeiten dafür, wo die Arbeitnehmervertretung und/oder die Verantwortliche für die Umsetzung von GRASP anwesend sind.
    • Bei Option 2 Erzeugergruppen kann das Beschwerdeverfahren auch über das QMS der Gruppe verwaltet werden.
Müssen wir alles dokumentieren?

Grundsätzlich ja, alles was für die Arbeitnehmer die Entscheidungen nachvollziehbar macht. Stellen Sie sicher, dass alle Arbeitnehmer (auch die mit befristeten Verträgen) wissen, wo/wie und wann sie Beschwerden einreichen können. Außerdem ist es wesentlich darzustellen, in welchem Zeitrahmen die Lösungen erfolgen werden, z. B. innerhalb von 2 Wochen. Zeigen Sie den Arbeitnehmern durch Nachkontrollen und Rückmeldungen zu Verbesserungen, dass Beschwerden und Vorschläge ernst genommen wurden und dass Verbesserungen erreicht wurden.

Kontrollpunkt 3: Selbst-Deklaration zur guten Sozialpraxis

Arbeitsgesetze eines Landes sind strenge Vorgaben, deren Einhaltung ebenfalls streng überwacht wird. Müssen wir trotzdem eine solche unterschriebene Deklaration vorweisen?

Ja, dieser Kontrollpunkt ist auch eine Anforderung, das durch dieses Dokument – unterschrieben von der Arbeitnehmervertretung und vom Betriebsleiter – erfüllt werden kann. Alle Arbeitnehmer müssen über diese Selbst-Deklaration und deren Inhalt informiert werden.

Worum geht es in dieser Selbst-Deklaration?
  • Diese Selbst-Deklaration soll sicherstellen, dass die Betriebsleitung die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) befolgt und dass in der Praxis der Anstellung von Arbeitnehmern transparent und nicht-diskriminierend erfolgt.
  • Die Selbst-Deklaration muss mindestens die unten aufgeführten Übereinkommen zur guten Sozialpraxis und zu den Menschenrechten der Arbeitnehmer enthalten, die wiederum die folgenden ILO Kernarbeitsnormen abdecken. Diese Übereinkommen sollen einfach formuliert sein, damit alle Arbeitnehmer sie verstehen können:
    • Nr. 111 zu Diskriminierung
    • Nr. 138 und 182 Mindestalter und Verbot von Kinderarbeit
    • Nr. 29 und 105 zu Zwangsarbeit
    • Nr. 87 zu Vereinigungsfreiheit
    • Nr. 98 für das Recht zu Kollektivverhandlungen
    • Nr. 100 zu Gleichheit des Entgelts
    • Nr. 99 zu Mindestlöhne

In der Selbst-Deklaration stellt der Arbeitgeber (die Betriebsleitung) sicher, dass jede Art von Verletzung dieser Normen durch das Managementsystem des Betriebs ohne Verzögerung aufgenommen und der zuständigen Zertifizierungsstelle gemeldet wird.

Wie soll diese Selbst-Deklaration entworfen werden?
  • Prüfen Sie zu Beginn, ob die Selbst-Deklaration vollständig ist, d. h. ob sie alle ILO Normen (aus dem Kontrollpunkt) enthält.
  • Prüfen Sie, ob in Ihrem Betrieb eventuell weitere Punkte relevant sein könnten und passen Sie die Deklaration dementsprechend an.
  • Erklären Sie Ihren Arbeitnehmern den Inhalt und das Ziel dieser Selbst-Deklaration, sowie unklare Begriffe. Prüfen Sie, ob alle im Betrieb die Erfüllung dieser Normen gleich bewerten.
  • Unterschreiben Sie und die Arbeitnehmervertretung diese Selbst-Deklaration.
  • Stellen Sie sicher, dass alle Arbeitnehmer über diese Selbst-Deklaration informiert sind: Sie können das Dokument als Anhang zum Arbeitsvertrag aushändigen, im Betrieb aushängen oder in Besprechungen zeigen/vorstellen.
  • Prüfen Sie regelmäßig, ob die Selbst-Deklaration aktualisiert werden muss. Sie muss mindestens alle 3 Jahre überprüft werden, aber in jedem Fall, wenn neue Gesetzesregelungen oder Tarifverhandlungen in Kraft treten.

Kontrollpunkt 4: Zugang zu den nationalen Arbeitsvorschriften

Ist es wichtig, in jedem Fall/an jedem Produktionsstandort die nationalen Arbeitsvorschriften zur Hand zu haben?

Nein: Es ist nicht immer möglich, alle aktuellen, gültigen Dokumente am Produktionsstandort bereit zu stellen. Die Arbeitnehmervertreter müssen mindestens Zugang zu den nationalen Arbeitsvorschriften haben. Eine Alternative ist die GRASP Nationale Interpretationsrichtlinie (in Kopie) zur Verfügung zu haben mit all den Anhängen und Referenzen zu den nationalen Arbeitsvorschriften. Bei Änderungen müssen allerdings sowohl die Arbeitnehmervertreter als auch die Arbeitnehmer informiert werden. Eine entsprechende Prozedur muss das ebenfalls sicherstellen.

Kontrollpunkt 5: Arbeitsverträge

In einem Land gibt es keine schriftlichen Verträge, Arbeitnehmer werden in einem Zentralregister (online) erfasst. Wie können wir diese Anforderung erfüllen?

Nationale Interpretationsrichtlinien können bei der Umsetzung und Evaluierung dieses Kontrollpunktes unterstützen. In vielen Fällen erklären die Richtlinien die Lage im Land und begründen eine Ausnahme. Diese Richtlinien bzw. die Checklistenkommentare müssen alle Daten und Information aufführen, die registriert werden und wo sie registriert werden (z. B. Hyperlink).

Der Arbeitsvertrag ist nur von einer Seite unterschrieben (Arbeitgeber oder –nehmer). Gilt der Kontrollpunkt trotzdem erfüllt?

Nein, den Vertrag müssen beide Parteien unterschreiben – sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer (Fingerabdruck ist auch gültig).

Unser Betrieb beschäftigt nur saisonale Arbeitskräfte, daher gibt es keine komplexen Arbeitsverträge für jeden Einzelnen. Wie können wir diesen Kontrollpunkt trotzdem erfüllen?
  • Der Arbeitsvertrag muss kein aufwendig gestaltetes Dokument sein. Er muss die Mindestangaben enthalten wie sie im Kontrollpunkt enthalten sind. Diese können in einer Tabelle aufgeführt werden mit den Namen aller Arbeitnehmer.
  • Die Mindestangaben sind:
    • Der vollständige Name des Arbeitnehmers und die Nationalität
    • Geburtsdatum
    • Vertragslaufzeit
    • Einstellungsdatum
    • Stellenbeschreibung
    • Arbeitszeiten und Pausen
    • Lohn (Gehalt)
    • Für ausländische Arbeitnehmer: Ihr rechtlicher Status und ihre Arbeitserlaubnis

Kontrollpunkt 6: Lohnzettel & Kontrollpunkt 7: Löhne

Jeder Nachweis einer Lohnzahlung wird von den zuständigen Behörden kontrolliert. Müssen wir trotzdem die in diesem Kontrollpunkt geforderten Dokumente vorzeigen?

Ja: Die Nationalen Interpretationsrichtlinien können Umsetzungsbeispiele oder Alternativen beschreiben für die Erfüllung dieses Kontrollpunktes.

Wie können wir ein Erfassungssystem implementieren, damit wir diese Anforderungen erfüllen können?
  • Stellen Sie sicher, dass die Auszahlungen an alle Arbeitnehmer regelmäßig dokumentiert werden (Lohnzettel, Lohnregister). Auf den Lohnzetteln/im Register stehen dann alle Informationen über Lohn, geleistete Arbeitszeit, Überstunden und der ausgezahlte Betrag.
  • Lassen Sie die Arbeitnehmer diese Lohnzettel bei jeder Auszahlung unterschreiben oder einen Fingerabdruck machen, unterschreiben auch Sie. Als Alternative können Sie regelmäßig die jeweilige Lohnabrechnung aushändigen.
  • Bewahren Sie diese Nachweise/Kopien für mindestens 24 Monate auf.
  • In Betrieben mit nur wenigen Arbeitnehmern können Sie auch eine Liste mit allen Arbeitnehmern führen, in der die monatlichen Auszahlungen und dazu die Unterschriften dokumentiert werden.
  • Stellen Sie sicher, dass die Arbeitnehmer den Mindestlohn erhalten. Abzüge, wodurch der Mindestlohn nicht ausgezahlt wird, müssen erklärt werden.
  • Wenn Akkordlohn vereinbart wurde, müssen die Arbeitnehmer auch in diesem Fall auf die reguläre Arbeitszeit umgerechnet den Mindestlohn erhalten.
In dem Land, in dem die Evaluierung stattfindet, gibt es keinen Mindestlohn. Was wird geprüft?

Wenn durch die nationale Gesetzgebung kein Mindestlohn festgelegt wird und es keine Kollektivverträge gibt, muss nachgewiesen werden, dass der Kollektivvertrag mindestens den branchenüblichen Richtwerten entspricht und dass die Erzeuger die nationalen Arbeitsvorschriften einhalten.

Kontrollpunkt 8: Keine Anstellung Minderjähriger & Kontrollpunkt 9: Zugang zu Pflichtschulausbildung

Die Gesetzgebung in meinem Land gibt kein Mindestalter für die Beschäftigung vor. Kann ich dann Arbeitnehmer in jedem Alter beschäftigen?

Nein: Die GRASP-Anforderung ist, wenn die nationale Gesetzgebung keine Angaben dazu macht, Kinder unter 15 Jahren dürfen nicht beschäftigt werden. Kinder und Jugendliche dürfen keinesfalls ermutigt werden, die Schule im schulpflichtigen Alter zu verlassen.

Wie können wir/der Betrieb sicherstellen, dass die Arbeitnehmer ihr Alter nachweisen?
  • Es ist die Pflicht des Arbeitgebers sicherzustellen, dass die Kinder der Arbeitnehmer, die auf dem Produktionsstandort leben, Zugang zur Pflichtschulausbildung haben. Prüfen Sie, wie viele Kinder dort leben und ob sie im schulpflichtigen Alter sind.
  • Wenn die Schule weiter entfernt liegt als fußläufig 30 Minuten,  organisieren Sie die Beförderung (z. B. mit Bus, Fahrrad, auf Esel usw.). In vielen Fällen ist es eine einfachere Lösung, am Betriebsstandort (vor Ort) die schulische Bildung zu organisieren. Sie können Lehrer einstellen und die Schule vor Ort entsprechend der nationalen Gesetzgebung organisieren.

Kontrollpunkt 10: Zeiterfassungssystem & Kontrollpunkt 11: Arbeitszeiten und Pausen

Wir sind ein kleiner Betrieb – müssen wir ein elektronisches Zeiterfassungssystem implementieren?
  • Nein: Wählen Sie ein System ihrer Betriebsgröße und der Anzahl der Arbeitnehmer entsprechend aus. Sie können die Anforderung auch erfüllen, wenn Sie im Betrieb täglich Erfassungsbögen ausfüllen. Wichtig ist dabei, dass die Arbeitnehmer diese auch regelmäßig gegenzeichnen, z. B. am Ende jeden Monats. Solche Erfassungsbögen können sehr gut mit den Lohnnachweisen oder anderen geforderten Dokumentationen kombiniert werden.
  • Stechuhren oder elektronische Karten passen in anderen Betrieben mit mehreren Arbeitnehmern. Das Zeiterfassungssystem soll als Mittel für Transparenz bzgl. Arbeitszeiten und Pausen dienen.
  • Wenn aufgrund der Art der Arbeit und der Unternehmensstruktur kein tägliches Zeiterfassungssystem verwendet wird (z. B. werden stattdessen feste Verträge, feste Arbeitszeiten, feste Monatsgehälter oder ähnliche Methoden genutzt), muss eine alternative Methode/alternative Methoden zur Erfassung der Arbeitszeiten zur Verfügung stehen. Hierfür sind Nachweise und Erklärungen vorzulegen.
Müssen wir auch die Überstunden erfassen, auch wenn die nationale Gesetzgebung des Landes das nicht fordert?

Ja, das ist eine GRASP-Anforderung, die erfüllt werden muss. Nationale Interpretationsrichtlinien können spezifische Lösungen beschreiben.

Unsere Arbeitnehmer halten die Pausen ein. Ist es wichtig, wann und wie lang sie Pausen machen?
  • Ja: Arbeitnehmer haben das Recht, nach einer bestimmten Arbeitsdauer eine Pause zu machen. Gesetze und/oder Tarifvereinbarungen regeln dies. Die Länge der Arbeitszeiten und Pausen müssen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.
  • Nationale Interpretationsrichtlinien können Erklärungen zu speziellen Fällen geben.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Arbeitnehmer wöchentlich nicht mehr als 48 Stunden arbeiten, in Hochbetriebszeiten (z. B. Ernte) nicht mehr als 60 Stunden.

QMS Kontrollpunkt

Unser QMS wurde bereits während des GLOBALG.A.P. Audits geprüft. Was wird hier geprüft?

Durch diesen Kontrollpunkt kann sichergestellt werden, dass die GRASP-Anforderungen im Qualitätsmanagementsystem des GLOBALG.A.P. zertifizierten Betriebs implementiert sind. Im Allgemeinen wird GRASP wie bei der GLOBALG.A.P. Option 2 Zertifizierung geprüft. Für spezifische Regeln und Anforderungen, lesen Sie bitte in den GRASP Allgemeinen Regeln nach oder kontaktieren Sie das GLOBALG.A.P. Sekretariat.

R1 – Zusätzliche soziale Vergünstigungen

Ist es eine Pflichtanforderung zusätzlich soziale Vergünstigungen anzubieten?

Nein, Arbeitnehmern, ihren Familien und/oder der Gemeinschaft Bonus oder andere Anreize zu bieten ist freiwillig. Die Angaben hier haben keinen Einfluss auf das Ergebnis der GRASP-Evaluierung.

Was sind diese sozialen Anreize?

Zahlreiche Betriebe bieten Vorteile, die in den Kontrollpunkten davor nicht geprüft wurden. Wenn ein Betrieb solche Vorteile in Form von sozialen Vergünstigungen bietet, sollen diese Angebote anerkannt und im GRASP-Bericht erfasst werden. Der Kontrollpunkt R1 führt einige Beispiele auf.