FAQ zu COVID-19 und Lebensmittelsicherheit für Produzenten mit GLOBALG.A.P. Zertifikation und Zertifizierungsstellen

Diese FAQs können Ihnen helfen die meist gestellten Fragen zu COVID-19 und Lebensmittelsicherheit zu beantworten.

1. Wo finde ich vertrauenswürdige Informationen zum Thema COVID-19 und Lebensmittelsicherheit oder spezielle Richtlinien für Lebensmittelunternehmen?

Die Weltgesundheitsorganisation hat am 7. April 2020 einen vorläufigen Leitfaden zu COVID-19 und Lebensmittelsicherheit veröffentlicht: COVID-19 and Food Safety: Guidance for Food Businesses: Interim Guidance.
Darin werden unter anderem folgende Themen angesprochen: 

  • Sensibilisierung von Mitarbeitern für Symptome 
  • Verwendung von Einweghandschuhen
  • Soziale Distanzierung in der Arbeitsumgebung
  • Transport von Lebensmitteln 
  • Betriebskantinen 
  • COVID-19-Erkrankung am Arbeitsplatz

Zusätzliche allgemeine Informationen zum Coronavirus sind unter „Nützliche Quellen“ im Bereich der Quick Links auf der rechten Seite der GLOBALG.A.P. Website verfügbar.

2. Was passiert, wenn ein GLOBALG.A.P. Zertifikat in dem Zeitraum abläuft, in dem Reisebeschränkungen bestehen und eine Vor-Ort-Kontrolle nicht möglich ist?

Kontaktieren Sie Ihre Zertifizierungsstelle und bitten Sie um eine Verlängerung des Zertifikats. Das GLOBALG.A.P. COVID-19-Notfallverfahren ermöglicht eine sechsmonatige Verlängerung des Zertifikats, wenn die Zertifizierungsstelle feststellt, dass eine Anreise und Durchführung der Vor-Ort-Kontrolle nicht möglich ist. Sie müssen sich dann für den nächsten Zertifizierungszyklus bei derselben Zertifizierungsstelle erneut registrieren. Wir raten Ihnen, mit den Maßnahmen für die Eigenkontrolle so fortzufahren, als ob die Zertifizierungskontrolle regulär stattfinden würde.  

Die Möglichkeit, die Kontrolle zum Teil vor Ort und zum Teil als Fernkontrolle durchzuführen (wie im Allgemeinen Regelwerk Teil I, 5.1.2.1; (i) und (ii) beschrieben), besteht weiterhin. Die bestehende Regel, dass zwischen der Vor-Ort-Kontrolle und der Fernkontrolle nicht mehr als vier Wochen liegen dürfen, kann verlängert werden, bis die Vor-Ort-Kontrolle durchgeführt werden kann. Die Zertifizierungsstelle darf die Zertifizierungsentscheidung erst dann fällen, wenn beide Teile der Kontrolle abgeschlossen sind.

3. Wenn für ein auf dem GLOBALG.A.P. Standard für die kontrollierte landwirtschaftliche Unternehmensführung (IFA) V5.2 basierendes Zertifikat, das im April ablaufen sollte, eine sechsmonatige Verlängerung bis Oktober 2020 gewährt wurde, wird dieses verlängerte Zertifikat dann noch von der Global Food Safety Initiative (GFSI) als gleichwertig anerkannt?

Ja, alle GLOBALG.A.P. IFA-V5.2-Zertifikate für Obst und Gemüse, Aquakultur oder Hopfen, die vor dem 21. Mai 2020 ausgestellt werden, einschließlich ihrer Verlängerungen, sind durch GFSI anerkannt.

4. Kann ein IFA-V5.2-Zertifikat verlängert, der Produzent aber für IFA V5.3-GFS erneut registriert und anerkannt werden?

Ja, das V5.2-Zertifikat kann verlängert und dann das Zertifikat für V5.3-GFS ausgestellt werden, sobald die Zertifizierungsstelle die Kontrolle für V5.3-GFS durchführen kann.

5. Gilt das Notfallverfahren zur Zertifikatsverlängerung auch für Standards und Add-ons wie den Standard für die Lieferkette (CoC), GRASP, NURTURE usw.? 

Ja, das Verfahren gilt für alle GLOBALG.A.P. Standards und Add-ons.

6. Gilt das Notfallverfahren zur Zertifikatsverlängerung auch für Erstkontrollen?

Nein, das Verfahren gilt nur für die Verlängerung von bereits ausgestellten Zertifikaten.

7. Sind Fernkontrollen/-Audits zur Anerkennung des Zertifikats durch die Global Food Safety Initiative zulässig?

Nein. Zurzeit dürfen Kontrollen/Audits und Zertifizierungsentscheidungen, die im Rahmen der GFSI-Benchmarking-Systeme erfolgen, nicht allein auf Fernkontrollen/-Audits basieren. GLOBALG.A.P. sucht derzeit nach alternativen, freiwilligen Möglichkeiten zum Sammeln von Nachweisen und wird sich dafür zeitnah mit Interessenvertretern in Verbindung setzen. In Kürze finden Sie hier weitere Informationen.

8. Kann ein Zertifikat noch um 8 Monate verlängert werden, wenn die Zertifizierungsstelle die Fernkontrolle/das Fern-Audit bereits durchgeführt hat, die Verlängerung aber noch nicht in der GLOBALGA.P. Datenbank registriert wurde?

Nein. Ab dem 26. März 2020 ist nur noch eine Verlängerung um 6 Monate möglich.

9. Sind Zertifikatsverlängerungen um 8 Monate, die vor dem 26. März 2020 gewährt wurden, noch gültig?

Ja, diese Verlängerungen sind weiterhin gültig.

10. Kann die Frist von 28 Tagen, die den Produzenten für die Vorlage von Korrekturmaßnahmen eingeräumt wird (3 Monate bei Erstkontrollen), verlängert werden?

Ja. Zwar sind die im Allgemeinen Regelwerk festgelegten Fristen weiterhin gültig, die Zertifizierungsstelle kann jedoch im Rahmen dieses Notfallverfahrens die Frist für die Vorlage von Korrekturmaßnahmen aus gerechtfertigten individuellen Gründen, die auf Umständen außerhalb der Kontrolle des Produzenten beruhen, um weitere 28 Tage verlängern (insgesamt 56 Tage, bei Erstkontrollen 3 Monate + 28 Tage). Der Produzent muss nachweisen können, dass er nicht in der Lage ist, innerhalb von 28 Tagen Korrekturmaßnahmen vorzulegen. 

11. Kann die 28-Tage-Frist für die Zertifizierungsentscheidung der Zertifizierungsstelle verlängert werden, wenn bei einem Produzenten Regelverstöße vorliegen?

Nein, die Frist von 28 Tagen, in der die Zertifizierungsstelle nach Behebung noch offener Regelverstöße die Zertifizierungsentscheidung treffen muss, bleibt gültig.

12. Welche GLOBALG.A.P. Kontrollpunkte und Erfüllungskriterien* sind unmittelbar vom GLOBALG.A.P. Notfallverfahren aufgrund des Coronavirus betroffen?

Bei künftigen Kontrollen/Audits müssen die Kontrolleure/Auditoren prüfen, ob die Auswirkungen der Pandemie in den Risikobewertungen (AF 4.1.1, FV 5.1.1) berücksichtigt, die erforderlichen Maßnahmen in Bezug auf Gesundheit und Sicherheit (AF 4.1.2 und AF 4.1.3) getroffen, die erforderlichen Schulungen (AF 4.2) zur Erläuterung und Stärkung der getroffenen Maßnahmen (Händewaschen und allgemeine Hygiene) durchgeführt und die Unfall- und Notfallverfahren überarbeitet wurden (AF 4.3.1). Die Kontrolleure/Auditoren müssen auch prüfen, ob die Richtlinien für Subunternehmer und Besucher einer Überprüfung hinsichtlich des Coronavirus unterzogen wurden.  

*Die Standardverweise beziehen sich auf die Kontrollpunkte und Erfüllungskriterien AF (Basismodul Gesamtbetrieb) und FV (Obst und Gemüse) des GLOBALG.A.P. Standards für die kontrollierte landwirtschaftliche Unternehmensführung.