Angepasstes GLOBALG.A.P. Notfallverfahren zur Zertifikatsverlängerung augrund der Coronavirus-Pandemie

26. März 2020

Veröffentlichungsdatum : 26 März 2020

Die Coronavirus-Pandemie hat die Welt, wie wir sie kennen, verändert, und nichts bleibt davon unberührt. Wir alle müssen uns täglich neu anpassen, da ständig neue Informationen veröffentlicht werden. Auch wir bei GLOBALG.A.P. mussten unser Notfallverfahren für die Zertifikatsverlängerung einer erneuten Bewertung unterziehen. Wie auch andere Eigentümer von Zertifizierungsprogrammen haben wir beschlossen, unser Regelwerk anzupassen, sodass wir aufeinander abgestimmt sind und weiterhin Transparenz in der Lebensmittellieferkette gewährleisten und diejenigen Produzenten unterstützen können, die die Einhaltung eines von der Global Food Safety Initiative (GFSI) anerkannten Standards nachweisen müssen. Das kürzlich veröffentlichte Verfahren (13. März 2020) wurde nun überarbeitet und wird ersetzt durch dieses Verfahren , das eine 6-monatige Verlängerung der GLOBALG.A.P. Zertifikate ohne Fern-Audit/Fernkontrolle ermöglicht.

Die Gültigkeit eines GLOBALG.A.P. Zertifikats kann über die Dauer von 12 Monaten hinaus für einen Zeitraum von maximal 6 Monaten verlängert werden. Dies erfolgt auf der Grundlage einer (durch die Zertifizierungsstelle durchgeführten) Risikobewertung, die aufgezeichnet werden muss.

Dies sind die einzigen berechtigten Gründe, die geltend gemacht werden können:

  1. Die Zertifizierungsstelle möchte die Vor-Ort-Kontrolle/das Vor-Ort-Audit erst nach Ablauf des Zertifikats durchführen, um einen bestimmten Teil des Produktionsprozesses anzusehen, der bei der vorherigen Kontrolle/dem vorherigen Audit nicht begutachtet werden konnte, da er als risikoreicher Prozess im Hinblick auf die Produktsicherheit eingestuft wurde, oder um ein neu hinzugekommenes Produkt, einen neu hinzugekommenen Prozess oder ein neues oder bestimmtes Mitglied einer Produzentengruppe begutachten zu können.
  2. Die Zertifizierungsstelle muss einige Zertifikate aufgrund von Ressourcenbeschränkungen verlängern können.
  3. Die Zertifizierungsstelle konnte die Vor-Ort-Kontrolle/das Vor-Ort Audit nicht durchführen, und/oder der Produzent konnte die Kontrolle/das Audit nicht von der Zertifizierungsstelle durchführen lassen, weil Umstände außerhalb seines Einflusses dies verhinderten (höhere Gewalt), wie z. B.: Naturkatastrophen, politische Instabilitäten in der Region, Epidemien/Pandemien oder Nichtverfügbarkeit des Produzenten aus medizinischen Gründen.

Bei Zutreffen einer der oben genannten Gründe muss die Entscheidung für eine Zertifikatsverlängerung nicht durch eine Fernkontrolle/ein Fern-Audit gestützt werden.

Das Zertifikat kann nicht verlängert werden:

  1. Wenn der Kontrolleur/Auditor die Vor-Ort-Kontrolle/das Vor-Ort-Audit durchführen kann.
  2. Wenn die Begründung des Produzenten, die Kontrolle/das Audit nicht durchführen zu lassen, nicht gerechtfertigt ist.
  3. Wenn es keine laufende Produktion und kein zu verkaufendes Produkt gibt und die erwartete nächste Ernte nicht vor Ablauf der möglichen 6-monatigen Verlängerung beginnt.
  4. Wenn der Produzent der Zertifizierungsstelle nicht erneut bestätigt hat, dass der Zertifizierungsprozess nach der Verlängerung fortgesetzt wird.
  5. Wenn eine Beschwerde gegen den Produzenten vorliegt, aufgrund derer eine Untersuchung mit einem erneuten Vor-Ort-Besuch erforderlich ist.

Zusätzliche Gründe, die Gültigkeit nicht zu verlängern, können ggf. auf der Grundlage einer regelmäßigen Bewertung ergänzt werden.

Das Aufnehmen von neuen Pflanzen in den Geltungsbereich ist nur dann möglich, wenn die neue Pflanze zur gleichen Pflanzengruppierung gehört (in Bezug auf Ernte und Handhabung) wie die, die bereits im Zertifizierungsumfang inbegriffen ist.

Dieses Verfahren gilt auch für alle Add-ons, die in Kombination mit den GLOBALG.A.P. Standards bewertet werden.

GLOBALG.A.P. wird die Zeit nutzen, um gemeinsam mit den Interessenvertretern der Branche alternative Möglichkeiten zur Sicherstellung der Regeleinhaltung zu entwickeln und für den Fall vorbereitet zu sein, dass diese Krise über September 2020 hinaus andauert und Reisebeschränkungen bestehen bleiben.