Smart Farm Assurance Solutions Smart Farm Assurance Solutions

Überarbeitung der GLOBALG.A.P. Standards - Wie ist der aktuelle Stand?

In den letzten zwei Jahren hat GLOBALG.A.P. die Überarbeitung seines wichtigsten Standards, dem Standard für die kontrollierte landwirtschaftliche Unternehmensführung (IFA), sowie anderer GLOBALG.A.P. Regeln, Standards und Add-ons koordiniert.

Im Laufe des Überarbeitungsprozesses ist deutlich geworden, dass es sich dabei um mehr als nur ein Update des IFA-Standards auf Version 6 handelt. Wir überarbeiten unser gesamtes Portfolio unserer Lösungen für die landwirtschaftliche Unternehmensführung, einschließlich unserer Dienstleistungen, um optimierte, digitalisierte Lösungen für den gesamten Sektor anzubieten. Wir führen die GLOBALG.A.P. Lösungen für landwirtschaftliche Unternehmensführung in das intelligente Zeitalter! Weitere Informationen darüber finden Sie in den unten stehenden FAQs. 


Was beinhalten unsere intelligenten Lösungen für die landwirtschaftliche Unternehmensführung?

smart-farming

Intelligentere Standards und Add-ons

  • Neue und verbesserte Version 6 des Standards für die kontrollierte landwirtschaftliche Unternehmensführung
  • Intelligentere, risikobasierte Checklisten mit integrierten Add-ons
  • Entwicklung hin zu einem ergebnisorientierten Ansatz und wirkungsorientierten Standards
  • Mehr Benchmarking-Optionen

Intelligentere Systeme und Dienstleistungen

  • Einfachere Audit-Berichterstellung für Zertifizierungsstellen mit Audit Online Hub
  • In Echtzeit verfügbare, branchenweit einheitliche Zertifikatsvorlagen mit dem GLOBALG.A.P. Validation Service (Validierungsservice)
  • Verbesserungen der Integrität von GLOBALG.A.P. Zertifikaten
  • Schrittweise Entwicklung zu personalisierten Checklisten mit integrierten Add-ons

Intelligenterer Ansatz für Nachhaltigkeit

  • Verpflichtende kontinuierliche Verbesserungspläne auf Produzentenebene
  • Wirkungsorientierter Ansatz für Nachhaltigkeit auch für andere Produktrichtungen
  • Neue und aktualisierte Nachhaltigkeitskriterien zu Themen wie Plastik, Abfall, Klimaneutralität, Abholzung und Tierschutz
  • Add-on für Biodiversität

Intelligentere Integration von Daten

  • Neue Option für Produzenten, die Erfüllung von Anforderungen anhand von Daten nachzuweisen
  • Produzenten kontrollieren, welche Daten sie freigeben möchten
  • Möglichkeit zur Reduzierung der Audit-Zeit durch Datenfreigabe
  • Mehr Transparenz in Audit-Berichten für Käufer

Smart Farm Assurance Solutions FAQ

Allgemeine Fragen zum System IFA-Version 6

1. Wie wird die IFA-Version 6 aussehen? Was sind die größten Änderungen im Vergleich zur Version 5?

Der IFA-Standard V6 verfolgt nach wie vor einen ganzheitlichen Ansatz zur Sicherstellung der Lebensmittelsicherheit, der ökologischen Nachhaltigkeit, der Arbeitssicherheit und dem Gesundheitsschutz von Arbeitern sowie der Tiergesundheit und des Tierschutzes durch die folgenden sechs Themenbereichen:

  1. Rechtliches, Management und Rückverfolgbarkeit
  2. Produktionsprozess  
  3. Lebensmittelsicherheit
  4. Ökologische Nachhaltigkeit
  5. Soziale Belange von Arbeitern
  6. Tiergesundheit und -schutz (nur für die Produktrichtung Aquakultur und landwirtschaftliche Nutztiere)

Es wird weiterhin drei Produktrichtungen geben (Aquakultur, Pflanzen und landwirtschaftliche Nutztiere), aber diese Produktrichtungen werden nicht mehr weiter in Produktgruppen unterteilt. Zertifizierungsstellen müssen die Akkreditierung für eine (oder mehrere) Produktrichtung(en) beantragen und sind dann berechtigt, die Zertifizierung für alle Produktionsprozesse, die unter diese Produktrichtung fallen, durchzuführen. Sie müssen nicht mehr die Akkreditierung für Produktgruppen beantragen.

Die IFA-Version 6 wird ein rundum intelligenterer Standard sein, der für alle Interessengruppen effizienter ist, flexibler ist und sich stärker auf Nachhaltigkeitsaspekte konzentriert. Die wichtigsten Änderungen in Version 6 sind:

  • Übergang von einem präskriptiven Standard zu einem ergebnisorientierten Ansatz
  • Optimierte, risikobasierte Checklisten
  • Ein digitaleres, datengesteuertes Zertifizierungserlebnis
  • Neue und verbesserte Kriterien zu den Themen Umwelt/Nachhaltigkeit
  • Einführung eines kontinuierlichen Verbesserungsplans

Mehr über diese Änderungen erfahren Sie in den folgenden FAQ.

2. Was bedeutet der Übergang von einem präskriptiven Standard zu einem ergebnisorientierten Ansatz in der Praxis? Warum wurde diese Entscheidung getroffen?

Ergebnisorientiert bedeutet, dass anstelle von Checklisten-Kontrollpunkten, die die auf Betriebsebene umgesetzten Maßnahmen betrachten, Checklisten-Kriterien eingeführt werden, anhand derer die Ergebnisse der auf Betriebsebene umgesetzten Maßnahmen untersucht werden. Dabei werden Kontrollpunkte und Erfüllungskriterien durch Grundsätze und Kriterien ersetzt.

Bisher wurden die Kontrollpunkte in den Checklisten als Fragen formuliert. Die neuen „ Grundsätze“ werden als Aussage formuliert. Die „Kriterien“ beschreiben Wege, wie Produzenten nachweisen können, dass der Grundsatz erfüllt wird.

Diese Änderung wurde vorgenommen, um den Übergang zu einem weniger präskriptiven, stärker ergebnisorientierten Ansatz zu unterstützen. Grundsätze und Kriterien bieten den Produzenten mehr Freiheiten, da sie die Erfüllung auf eine Weise nachweisen können, die zu ihren Produktionspraktiken passt – sei es mit Daten, einem Verfahren, einer Aufzeichnung oder einer Beobachtung (je nach Grundsatz).

Beispiel für Wassermanagement:

Bisheriger Kontrollpunkt:
Wird aufbereitetes Abwasser nur dann verwendet, wenn die Risiken erkannt und wirksam gemindert wurden?
Neuer Grundsatz: Die Verwendung von aufbereitetem Abwasser stellt kein Risiko für die Lebensmittelsicherheit dar.
Bisherige Erfüllungskriterien: Unbehandeltes Abwasser wird nicht zur Bewässerung/Bewässerungsdüngung oder bei anderen Vorernteaktivitäten verwendet. Bei der Verwendung von aufbereitetem Abwasser oder rückgewonnenem Wasser muss die Wasserqualität den geltenden Vorschriften oder den von der WHO veröffentlichten Richtlinien für die sichere Verwendung von Abwasser und Exkrementen in der Landwirtschaft und Aquakultur 2006 („Guidelines for the Safe Use of Wastewater and Excreta in Agriculture and Aquaculture 2006“) entsprechen, sofern keine entsprechenden Vorschriften existieren. Wenn das Wasser aus einer möglicherweise verunreinigten Quelle stammt (z. B. wegen eines flussaufwärts gelegenen Dorfes usw.), muss der Produzent durch Analysen nachweisen, dass das Wasser den lokalen Gesetzen und Anforderungen oder den Anforderungen der WHO-Richtlinien entspricht, sofern keine entsprechenden Vorschriften existieren. Nicht anwendbar.
Neue Kriterien: Aufbereitetes Abwasser wird nur dann verwendet, wenn die Risiken erkannt und wirksam gemindert werden. Bei der Verwendung von aufbereitetem Abwasser oder rückgewonnenem Wasser muss die Wasserqualität den geltenden Vorschriften oder den von der WHO veröffentlichten Richtlinien für die sichere Verwendung von Abwasser und Exkrementen in der Landwirtschaft und Aquakultur 2006 („Guidelines for the Safe Use of Wastewater and Excreta in Agriculture and Aquaculture 2006“) entsprechen, sofern keine entsprechenden Vorschriften existieren.
Wenn das Wasser möglicherweise verunreinigt ist (z. B. durch eine vorhergehende Verunreinigungsquelle), muss der Produzent durch Analysen nachweisen, dass das Wasser den geltenden Vorschriften und Anforderungen oder den Anforderungen der WHO-Richtlinien entspricht, sofern keine entsprechenden Vorschriften existieren.
Unbehandeltes Abwasser wird nicht zur Bewässerung/Bewässerungsdüngung oder bei anderen Vorernteaktivitäten verwendet.

Nicht anwendbar.

3. Inwiefern werden die Checklisten optimiert?

Die Checklisten werden in zweierlei Hinsicht optimiert:

1. Die Checklisten werden teilweise an den Nutzer angepasst. Produzenten laden keine feststehenden Checklisten für ihre jeweiligen Standards und Add-ons aus dem Dokumenten-Center herunter, sondern erhalten eine personalisierte Checkliste, die die für sie geltenden Grundsätze und Kriterien zusammenfasst. Diese Personalisierung wird durch einen Auswahlprozess ermöglicht, der anhand einer Reihe von Fragen die Zertifizierungsanforderungen des Produzenten filtert und eine Checkliste generiert.


2. Die Checklisten werden risikobasiert sein. Die Grundsätze und Kriterien, die nicht anwendbar sind oder für die nachweislich kein Risiko einer Nichterfüllung besteht, werden vor dem Download automatisch aus der Audit-Checkliste ausgeblendet. Beispielsweise kann der Grad des Risikos, das der Produzent im Hinblick auf eine mögliche Nichterfüllung darstellt, vom Land, dem Produkttyp, der Verwendung von gentechnisch veränderten Organismen usw. abhängen.

4. Was ist unter einem „digitalen, datengesteuerten Zertifizierungserlebnis“ zu verstehen?

Die Produzenten haben die Möglichkeit, Daten zum Nachweis der Erfüllung von Kriterien zu übermitteln. Dies kann dazu beitragen, den Auditaufwand für die Produzenten zu verringern, da die Auditoren weniger Zeit für die Überprüfung der Kriterien im Betrieb benötigen, wenn die Daten (die die Produzenten oft ohnehin schon erfassen) im Voraus übermittelt werden.

5. Was heißt „kontinuierliche Verbesserung“, und warum wurde dieses Konzept eingeführt?

Bis vor kurzem bezog sich die kontinuierliche Verbesserung auf die Verbesserung der Standards für die landwirtschaftliche Unternehmensführung durch regelmäßige Aktualisierungen. Jetzt wird erstmals die kontinuierliche Verbesserung auf der Ebene der einzelnen Produzenten relevant.

Im Rahmen von IFA-Version 6 müssen alle Produzenten einen kontinuierlichen Verbesserungsplan umsetzen, in dem sie ihre aktuellen Praktiken analysieren und Schwachstellen identifizieren, die sie durch die Festlegung von Zielen verbessern können. Zum Beispiel kann ein Produzent (durch die gesammelten und verarbeiteten Daten des wirkungsorientierten Ansatzes) feststellen, dass sein Ressourcenverbrauch viel höher ist als der von ähnlichen Betrieben.

Ein kontinuierlicher Verbesserungsplan soll realistische und umsetzbare Ziele zur Verbesserung aufzeigen (z. B. im Fall dieses Produzenten die Verbesserung der Energieeffizienz und die Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln). Der Fortschritt sollte jährlich im Rahmen der Eigenbewertung überprüft und der Plan bei Bedarf überarbeitet werden.
Das Konzept der kontinuierlichen Verbesserung soll den Produzenten helfen, ihre Bemühungen nicht nur in Bezug auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz, sondern auch in Bezug auf Lebensmittelsicherheit sowie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zu demonstrieren.

Fragen zu Zertifikaten der IFA-Version 6

1. Wird IFA-Version 6 ein akkreditierter Standard sein?

Die IFA-Version 6 wird wie die Vorgängerversionen akkreditiert sein. Weitere Informationen finden Sie in dieser Liste der Akkreditierungsstellen.

2. Wird IFA-Version 6 von der GFSI anerkannt sein?

Während der dritten öffentlichen Konsultationsphase erhielten wir das Feedback, dass einige Elemente der Version 6 des IFA-Standards für Obst und Gemüse immer noch zu präskriptiv seien und nicht den Bedürfnissen derer entsprächen, die keine GFSI-Anerkennung benötigen. Um einen vereinfachten Standard anbieten zu können, der auch tatsächlich einen risikobasierten, ergebnisorientierten Ansatz verfolgt, wurde daher beschlossen, dass es eine separate Lösung für diejenigen geben muss, die eine GFSI-Anerkennung benötigen. GLOBALG.A.P. ist bemüht, eine Option mit GFSI-Anerkennung für diejenigen anzubieten, die sie benötigen. 

3. Wird es Mindestanforderungen für IFA-Version 6 geben? Das heißt, wird es einen klaren Vermerk geben, was es bedeutet, Inhaber eines GLOBALG.A.P. Zertifikats für Version 6 zu sein?

Ja, es wird eine Mindestanzahl an zu erfüllenden Grundsätzen und Kriterien für IFA-Version 6 geben.
Ein GLOBALG.A.P. Zertifikat für die Version 6 ist eine Bescheinigung dafür, dass eine Reihe universeller Kriterien für Lebensmittelsicherheit, Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Umweltverträglichkeit und Tierschutz (sofern zutreffend) erfüllt wurden.

4. Wie wird das GLOBALG.A.P. Zertifikat für Version 6 aussehen?

Die IFA-Zertifikate für Version 6 werden dank einer Vorlage, die den Zertifizierungsstellen über den GLOBALG.A.P. Validation Service zur Verfügung gestellt wird, einheitlich sein. Ein Beispiel für dieses Zertifikat wird im Vorfeld veröffentlicht. Es wird für jede Produktrichtung (Aquakultur, Pflanzen und landwirtschaftliche Nutztiere) ein eigenes Zertifikat geben.

5. Wird es weiterhin Zertifizierungsoptionen sowohl für Einzelproduzenten als auch für Produzentengruppen geben?

Ja, die Einzel- und Gruppenzertifizierung wird weiterhin angeboten.

Add-ons und andere Standards

1. Wird es größere Änderungen am aktuellen Standard- und Add-on-Portfolio geben?

Nein. Das aktuelle Standard- und Add-on-Portfolio bleibt bestehen, kann aber ggf. anders kombiniert werden, um optimierte Checklisten zu ermöglichen.

2. Wird GRASP mit IFA-Version 6 kombinierbar sein?

Ja, GRASP wird weiterhin mit IFA kombinierbar sein und eine Anforderung für das GGN Label bleiben.

3. Wie wird der Standard für die Lieferkette (CoC) mit IFA-Version 6 kombiniert?

Der Standard für die Lieferkette (CoC) wird mit Version 6 auf die gleiche Weise kombiniert wie bisher mit IFA-Version 5. Die Zertifizierung nach dem CoC-Standard wird weiterhin eine Anforderung für das GGN Label sein.

4. Wie wird Benchmarking in Zukunft funktionieren?

Die Standards können mit der IFA-Version 6 oder bestimmten Kombinationen der fünf intelligenten Module durch Benchmarking verglichen werden. 

5. Wie unterstützen intelligente Lösungen für die landwirtschaftliche Unternehmensführung die Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit?

1. IFA-Version 6 beinhaltet ein Modul, das der ökologischen Nachhaltigkeit gewidmet ist. Manche Grundsätze und Kriterien wurden auf der Grundlage der Kontrollpunkte und Erfüllungskriterien aus Version 5 entwickelt, aber einige Kriterien sind auch neu oder strenger. Die Schwerpunkte in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit sind in Version 6 wie folgt:

  • Lebensmittelverschwendung
  • Plastik
  • Klimaneutralität
  • Abholzung
  • Tierschutz

2. Der wirkungsorientierte Ansatz für Nachhaltigkeit, der derzeit nur in der Zierpflanzenbranche angewandt wird, soll auf andere Branchen ausgeweitet werden. Der wirkungsorientierte Ansatz beinhaltet die Erfassung von Betriebskennzahlen, die über ein Betriebsmanagementsystem erfolgen kann. Die Daten werden von den GLOBALG.A.P. Tools gesammelt, verarbeitet und analysiert und in Form von Trenddiagrammen und Fortschrittsberichten an die Produzenten zurückgesendet. Die Berichte mit gesammelten und verarbeiteten Daten können verwendet werden, um die Wirkung der Implementierung des IFA-Standards nachzuweisen. Darüber hinaus kann diese Datenverarbeitung das Risikoprofil von Produzenten im Laufe der Zeit beeinflussen und die Auditzeit reduzieren. Erfahren Sie mehr über den wirkungsorientierten Ansatz auf unserer Website.

3. Es wird ein Add-on für Biodiversität geben, mit dem Produzenten nachweisen können, dass sie im Bereich Nachhaltigkeit besonders engagiert sind.

6. Wie unterstützt der Übergang zu intelligenteren Lösungen für die landwirtschaftliche Unternehmensführung die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung?

GLOBALG.A.P. leistet durch seine Standardkriterien bereits einen positiven Beitrag zu einer Vielzahl der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung. Mit einem zusätzlichen Fokus auf Umwelt und kontinuierliche Verbesserung in der IFA-Version 6 verdoppelt GLOBALG.A.P. seine Bemühungen, die Transformation des globalen Nahrungsmittel- und Landwirtschafts-/Aquakultursektors in Richtung der Ziele für 2030 zu beschleunigen.

Fragen zu Systemen und Dienstleistungen

1. Welche Rolle wird der Audit Online Hub in der Zukunft der intelligenten Lösungen spielen?

Der Audit Online Hub ist ein Tool, das GLOBALG.A.P. anerkannte Zertifizierungsstellen verwenden, um Auditdaten zu sammeln und zu übermitteln. GLOBALG.A.P. hat 2019 mit der Implementierung dieses Systems begonnen, das nun auf weitere Standards ausgeweitet werden soll. Grundsätzlich werden die Auditdaten in Zukunft über den Audit Online Hub übermittelt, bevor die Zertifizierungsstelle ein GLOBALG.A.P. Zertifikat ausstellen kann.

2. Welche Rolle spielt der GLOBALG.A.P. Validation Service bei der Neugestaltung der GLOBALG.A.P. Zertifizierung?

Bisher wurde jedes Papierzertifikat individuell von den Zertifizierungsstellen erstellt, basierend auf einer Reihe von notwendigen Informationen, die GLOBALG.A.P. zur Verfügung gestellt hat. Eine Validierung war über Online-Zertifikate in der Datenbank möglich. Nun aber können Zertifizierungsstellen über den Validation Service Zertifikate ausstellen. Zertifikate können nur dann im Validation Service erstellt werden, wenn entsprechende Audit-Daten im Audit Online Hub vorhanden sind – also die Daten validiert wurden. Dies stärkt die Integrität der GLOBALG.A.P. Zertifikate, da betrügerische oder ungültige Zertifikate (z. B. aufgrund fehlender Audit-Daten) nicht erstellt werden können.

Der Validation Service wird auch zu einer Vereinheitlichung der Zertifikate führen, was bedeutet, dass Händler nicht mehr die verschiedenen Zertifikate der einzelnen Zertifizierungsstellen vergleichen müssen.
Für die Zertifizierungsstellen reduziert der Validation Service den Arbeitsaufwand, da sie nicht mehr sowohl die Auditdaten in der GLOBALG.A.P. Datenbank registrieren als auch ein separates Zertifikat in Papierform erstellen müssen. Die insgesamt verbesserte Effizienz soll die Auditkosten für die Produzenten trotz steigender Branchenanforderungen in Grenzen halten.

3. Welche Rolle wird das Verwaltungstool für Zertifizierungsstellen (CB-AT) spielen?

CB-AT ist ein System zur Verwaltung von Auditorenqualifikationen. GLOBALG.A.P. anerkannte Zertifizierungsstellen müssen ihre Auditoren und ihre jeweiligen Qualifikationen in das System eintragen, damit das GLOBALG.A.P. Sekretariat sie entsprechend für Audittätigkeiten (erneut) zulassen kann. Das CB-AT-System trägt zur weiteren Stärkung der Integrität des GLOBALG.A.P. Systems bei.

4. GLOBALG.A.P. wird also mehr Daten von den Produzenten benötigen/speichern. Wie werden diese Daten/Zertifizierungsinformationen verwendet?

Ein Beispiel ist die Option für Produzenten, Daten als Nachweis für die Erfüllung von Standardkriterien zu übermitteln. Ein weiteres Beispiel ist die Option für Produzenten, ihre Auditberichte für eine größere Anzahl von Nutzern freizugeben. Die Produzenten werden weiterhin wählen können, welche Daten sie freigeben wollen und für wen. Sie werden außerdem auf die Auswirkungen ihrer Entscheidung, bestimmte Daten freizugeben oder nicht, hingewiesen.

5. Wird GLOBALG.A.P. weiterhin das GLOBALG.A.P. Remote-Verfahren anbieten?

Für viele Produzenten werden Fernaudits in Notfallsituationen (z. B. während einer Pandemie) weiterhin eine Option sein. Fernaudits sind für Produzenten, die sich nach dem FSFA-Standard zertifizieren lassen möchten, nicht möglich und daher auch nicht für diejenigen, die eine GFSI-Anerkennung benötigen.

6. Bleibt das System der Zertifizierung durch Dritte bestehen?

Für alle gängigen und akkreditierten Standards bleibt die Zertifizierung durch Dritte bestehen. Eventuell gibt es in Zukunft die Möglichkeit von Bewertungen durch eine angegliederte Organisation und/oder Eigenbewertungen für eine begrenzte Anzahl von weniger genutzten Add-ons.